Pflegeleistungen

Grundpflege

Ein Teilbereich unserer Leistungen ist die vollständige oder teilweise Übernahme der Grundpflege. Zur Grundpflege gehören insbesondere Tätigkeiten, die erbracht werden müssen, wenn durch Krankheit oder Alter Körperfunktionen eingeschränkt sind. Die Übernahme der Grundpflege ist eine höchst intime Tätigkeit, die viel Sensibilität erfordert, da sie direkt am Menschen durchgeführt wird. Wir gehen daher im Rahmen unserer Möglichkeiten gerne auf ihre individuellen Gewohnheiten und Wünsche ein.

Leistungen der Grundpflege können bei vorliegender Pflegestufe Über den Leistungskatalog der Pflegeversicherung abgerechnet werden. Liegt eine Pflegestufe vor, werden die Kosten privat in Rechnung gestellt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, dass das Sozialamt diese Leistungen finanziert.

Behandlungspflege

Behandlungspflegen sind medizinisch notwendige und vom Arzt verordnete Tätigkeiten, die eine Krankheit lindern, einer Krankheit vorbeugen oder zur Gesundung beitragen.
Die ärztlichen Verordnungen müssen von der Krankenkasse genehmigt werden.
Die durchgeführten Leistungen werden dann direkt mit der Krankenkasse abgerechnet.

Zur Behandlungspflege gehören z.B.:

  • kontrollierte Verabreichung von Medikamenten
  • Stellen von Medikamenten im Wochenspender
  • Injektionen
  • Blutdruckmessung
  • Blutzuckermessung
  • An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen ab Klasse 2
  • Einläufe
  • Verbandswechsel
  • Katheterisierung
  • Stoma- und Anus- Praeterversorgung
  • Infusionstherapie

Es werden für ärztlich verordnete Behandlungspflegen Zuzahlungen in Höhe von 10% des Leistungsbetrages und 10 € pro Verordnung von Ihrer Krankenkasse berechnet. Die Zuzahlungspflicht für Behandlungspflegen ist jedoch auf maximal 28 Tage im Kalenderjahr begrenzt.

Verhinderungspflege – Urlaub für die Angehörigen

Macht die private Pflegeperson Urlaub oder ist sie durch Krankheit vorübergehend an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten einer Ersatzpflege. Diese sogenannte Verhinderungspflege kann durch die VICA Die ambulante Pflege erfolgen.

Eine Ersatzpflege von bis zu sechs Wochen pro Kalenderjahr ist möglich. Außerdem können bis zu 50 Prozent des Leistungsbetrags für Kurzzeitpflege (das sind bis zu 806 Euro) zusätzlich für Verhinderungspflege ausgegeben werden. Verhinderungspflege kann dadurch auf maximal 150 Prozent des bisherigen Betrages ausgeweitet werden. Der für die Verhinderungspflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Kurzzeitpflege angerechnet. Es  wird auch die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes für bis zu sechs Wochen im Jahr fortgewährt.  Die Leistungen der Verhinderungspflege stehen den Versicherten der Pflegegrade 2 bis 5 zu.
Vorteile der Ersatzpflege: Sie können in Ihrer gewohnten Umgebung bleiben und die Ersatzpflege durch die VICA Die ambulante Pflege in Anspruch zu nehmen.

Ersatzpflege können Sie auch stundenweise in Anspruch nehmen, zum Beispiel, wenn Ihre Pflegeperson zum Arzt muss. In diesem Fall ist nur der kalenderjährliche Höchstbetrag von 1.612 Euro von Bedeutung. Bei stundenweiser Ersatzpflege können Sie ebenfalls Ansprüche aus der Kurzzeitpflege übertragen. Tage, an denen Ihre Pflegeperson weniger als acht Stunden ausfällt, werden nicht auf den Gesamtanspruch von 42 Tagen pro Kalenderjahr angerechnet.

Leistungen der Pflegeversicherung

Der Pflegebedürftigkeitsbegriff wird im § 14 Abs. 1 Sozialgesetzbuch (SGB) XI wie folgt definiert:
„Pflegebedürftig im Sinne dieses Buches sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen.“

Pflegebedürftig ist, wer körperliche, kognitive, psychische oder gesundheitliche Belastungen nicht selbstständig kompensieren kann. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate und mit mindestens der in § 15 SGB XI festgelegte Schwere bestehen.

Maßgeblich für das Vorliegen von Pflegebedürftigkeit sind die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten in den nachfolgenden sechs Bereichen:

  1. Mobilität
    (Wie selbstständig kann der Mensch sich fortbewegen und seine Körperhaltung ändern?)
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
    (Wie findet sich der Mensch in seinem Alltag örtlich und zeitlich zurecht? Kann er für sich selbst Entscheidungen treffen? Kann die Person Gespräche führen und Bedürfnisse mitteilen?)
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
    (Wie häufig benötigt der Mensch Hilfe aufgrund von psychischen Problemen, wie etwa aggressives oder ängstliches Verhalten?)
  4. Selbstversorgung
    (Wie selbstständig kann sich der Mensch im Alltag selbst versorgen bei der Körperpflege, beim Essen und Trinken?)
  5. Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
    (Welche Unterstützung wird benötigt beim Umgang mit der Krankheit und bei Behandlungen? Zum Beispiel Medikamentengabe, Verbandswechsel, Dialyse, Beatmung?)
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
    (Wie selbstständig kann der Mensch noch den Tagesablauf planen oder Kontakte pflegen?)

Aufgrund einer Gesamtbewertung aller Fähigkeiten und Beeinträchtigungen erfolgt die Zuordnung zu einem der fünf Pflegegrade.

Begutachtungsinstrument
Quelle: MDS Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen

Pflegegrad

Pflegegrad Übersicht
Quelle: MDS Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen

Pflegegrade

Was ist der Pflegegrad? Der Pflegegrad bildet die Schwere der Pflegebedürftigkeit ab. Er drückt aus, wie stark die Selbstständigkeit oder die Fähigkeiten beeinträchtigt sind, und entscheidet damit über die Art und Höhe der Leistungen, die die Bedürftigen von der Pflegeversicherung erhalten.Pflegegrad Beschreibung

Pflegegrade und Punktzahlen

  • Pflegegrad 1 ab 12,5 Punkten
  • Pflegegrad 2 ab 27 Punkten
  • Pflegegrad 3 ab 47,5 Punkten
  • Pflegegrad 4 ab 70 Punkten

Pflegegrad 5 ab 90 Punkten Es gibt eine sogenannte besondere Bedarfskonstellation: Die Gebrauchsunfähigkeit beider Arme und beider Beine. Das bedeutet, dass ein vollständiger Verlust der Greif-, Steh- und Gehfunktionen vorliegt. Pflegebedürftige mit einer
besonderen Bedarfskonstellation, die einen spezifischen, außergewöhnlich hohen Hilfebedarf mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung aufweisen, werden in den Pflegegrad 5 eingestuft. Auch, wenn weniger als 90 Punkte erreicht werden.

Leistungsbeträge

Es gelten folgende Beiträge für Leistungen aus der Pflegeversicherung. Die Höhe der Leistungen richtet sich nach den ermittelten Pflegegraden.

>> Hier zum Download “Leistungen der Pflegeversicherung im Überblick”